
Rotenburger Preis für Erinnerung und Zukunft
Der nächste Termin zur Preisverleihung wird hier bekannt gegeben!
Am 27. März 2025 fand in der Kirche zum guten Hirten in Rotenburg (Wümme) die zweite feierliche Verleihung des „Rotenburger Preises für Erinnerung und Zukunft“ statt – ein Abend voller Emotionen, Reflexion und Inspiration. Nahezu 400 Besucherinnen und Besucher waren der Einladung gefolgt und füllten die Kirche bis auf den letzten Platz, um gemeinsam ein kraftvolles Zeichen für Menschlichkeit, Engagement und Verantwortung zu setzen.
Der Preis, gestiftet vom Diakonissen-Mutterhaus, den Rotenburger Werken und dem Agaplesion Diakonieklinikum, würdigt Menschen und Organisationen, die sich mit besonderem Einsatz für Demokratie, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit starkmachen. Die Preisverleihung steht dabei auch im Zeichen der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und betont, wie sehr Erinnerungsarbeit und Zukunftsgestaltung miteinander verbunden sind.
Die Preisträger 2025 – Herausragendes Engagement für unsere Gesellschaft:
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Hauptpreisträger (8.000 Euro): HateAid
Die gemeinnützige Organisation setzt sich unermüdlich für Betroffene von digitaler Gewalt ein und kämpft für einen respektvollen und sicheren digitalen Raum. Ihre Arbeit leistet einen entscheidenden Beitrag zum Schutz der Meinungsfreiheit und zur Stärkung der Zivilgesellschaft. -
Zweiter Hauptpreisträger (4.000 Euro): Heinz Promann
Der pensionierte Berufsschullehrer widmet sich mit großer Beharrlichkeit der Erforschung und Bewahrung von Kriegsgräbern sowie vergessenen Lebensgeschichten. Sein Engagement bereichert die Erinnerungskultur und macht historische Verantwortung sichtbar und lebendig. -
Sonderpreisträger (1.000 Euro): Sechs Schülerinnen des Sottrumer Gymnasiums
Mit ihrem Projekt zur Verlegung von Stolpersteinen sowie ihrem kontinuierlichen Einsatz für lokale Geschichtsarbeit beweisen die Schülerinnen außergewöhnliche Zivilcourage und Verantwortungsbewusstsein – weit über den schulischen Rahmen hinaus.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die bewegende Festrede von Prof. Dr. Heribert Prantl, Publizist und langjähriger Leitkommentator der Süddeutschen Zeitung. In seinem Vortrag mit dem Titel „Ist die Demokratie noch zu retten?“ stellte er drängende gesellschaftliche Fragen und rief das Publikum dazu auf, sich aktiv für den Erhalt und die Weiterentwicklung demokratischer Strukturen einzusetzen.
Die Preisverleihung 2025 war weit mehr als eine feierliche Auszeichnung – sie war ein klares Bekenntnis zur Verantwortung, zur Erinnerung und zur Gestaltung einer gerechten Zukunft. Sie zeigte eindrucksvoll: Engagement zählt – gestern, heute und morgen.
Am Abend des 25. Aprils 2023 fand im Buhrfeindsaal Rotenburg die feierliche Premiere des „Rotenburger Preises für Erinnerung und Zukunft“ statt. Etwa 150 Gäste waren der Einladung zur ersten Preisverleihung gefolgt und erlebten einen bewegenden Abend voller Musik, Nachdenklichkeit und gesellschaftlicher Impulse. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Johannes Heilscher (Cello) und Mathilde Mujica Alvarado (Violine), beide vom Ratsgymnasium Rotenburg.
Ein besonderer Höhepunkt war die Festrede der deutsch-polnischen Publizistin und Netzaktivistin Katharina Nocun, die eindrucksvoll die Bedeutung von Erinnerungskultur und demokratischem Engagement betonte. Ihre Worte unterstrichen die zentrale Botschaft des Abends: Erinnerung ist kein Rückblick – sie ist eine Verpflichtung für die Zukunft.
Die Preisträger 2023 – Engagement, das Geschichte lebendig hält:
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Erster Preis (6.000 Euro): Prof. Dr. Inge Hansen-Schaberg
Sie wurde für ihr langjähriges und persönliches Engagement ausgezeichnet, insbesondere im Bereich der Exilforschung sowie als Vorsitzende des Fördervereins „Cohn-Scheune“ e.V., dem Träger des Jüdischen Museums und der Kulturwerkstatt in Rotenburg. Ihr Einsatz trägt wesentlich dazu bei, verdrängte Geschichte sichtbar zu machen und die Erinnerungskultur aktiv zu gestalten. -
Zweiter Preis (4.000 Euro): Beate Geicke
Die Inhaberin eines Kulturcafés in Thalau erhielt die Auszeichnung für ihren mutigen Einsatz für das Gedenken an den Wehrmachtsoffizier Wilm Hosenfeld, der mehreren jüdischen Menschen das Leben rettete. Trotz starker Widerstände hält sie die Erinnerung an seine Menschlichkeit wach – ein starkes Zeichen zivilgesellschaftlicher Verantwortung.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde außerdem die Ausstellung „Rotenburger Diakonie im Nationalsozialismus“ feierlich eröffnet. Sie dokumentiert die institutionellen Verflechtungen während der NS-Zeit und ist ein weiterer wichtiger Baustein der historischen Aufarbeitung in der Region.
Der „Rotenburger Preis für Erinnerung und Zukunft“ ist eine Initiative des Ev.-Luth. Diakonissen-Mutterhauses, der Rotenburger Werke der Inneren Mission und des AGAPLESION Diakonieklinikums Rotenburg. Ziel ist es, die Erinnerung an vergangene Unrechtssysteme wachzuhalten und gleichzeitig Menschen zu würdigen, die sich heute aktiv für Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit einsetzen.
Die Veranstaltung war ein gelungener Auftakt für eine Auszeichnung, die künftig alle zwei Jahre verliehen wird – das nächste Mal im Jahr 2025. Mit der Preisverleihung wurde ein kraftvolles Signal gesetzt: Für eine lebendige Erinnerungskultur, für demokratische Werte und für eine offene Gesellschaft.





























